Du bist, was du isst.
So banal dieser Satz klingt, so wahr ist er auch. Kein Mensch käme auf die Idee, in seinen Benziner Diesel zu tanken oder sein E-Auto an der Tankstelle aufladen zu wollen. Das Fahrzeug braucht den richtigen Kraftstoff.
Unser Fahrzeug ist unser Körper und auch der kann nur so gut funktionieren, wie er versorgt wird. Und je besser die Versorgung ist, desto besser sind die Voraussetzungen dafür, dass er seine vielfältigen Aufgaben erfüllen kann. Ernährung ist einer der Hauptfaktoren, mit denen wir jeden Tag unmittelbar Einfluss auf unseren Körper nehmen.
Und die sollte natürlich „gesund“ sein.
Doch was bedeutet eigentlich „gesunde“ oder „ausgewogene“ Ernährung?
Kaum ein Begriff wird so selbstverständlich verwendet – und ist gleichzeitig so wenig eindeutig. Was genau ist ausgewogen? Für wen? In welcher Lebenssituation? Und wer definiert das eigentlich – auf welcher Grundlage?
Empfehlungen darüber, was gesund ist und was nicht, verändern sich ständig. Was vor 50 Jahren selbstverständlich als empfehlenswert galt, wird heute oft ganz anders beurteilt. Margarine beispielsweise wurde lange als moderne und besonders gesundheitsbewusste Alternative zu Butter beworben. Auch die Bedeutung von Fett, Kohlenhydraten, Eiweiß oder einzelnen Lebensmitteln wurde und wird immer wieder neu bewertet.
Heute existieren unzählige Ernährungsrichtungen nebeneinander – und sie könnten unterschiedlicher kaum sein: vegan oder Paleo? Low Carb oder High Carb? Rohkost oder gekochte Nahrung? Viel tierisches Eiweiß oder vollständig pflanzlich?
Während die eine Ernährungslehre bestimmte Lebensmittel zum Schlüssel für Gesundheit erklärt, empfiehlt die nächste, genau diese konsequent zu meiden.
Meine Erfahrung nach vielen Jahren intensiver Beschäftigung mit Ernährung ist deshalb vor allem eine:
One size fits all gibt es nicht. Es gibt nicht DIE eine richtige Ernährung für jeden Menschen.
Gerade bei chronischen Beschwerden und Autoimmunerkrankungen lohnt es sich aber besonders, genauer und individueller hinzusehen. Nicht nur eine Diagnose ist entscheidend, sondern der Mensch mit seiner persönlichen Geschichte, seiner aktuellen Situation, seinen Verträglichkeiten, seiner Lebensweise und der Frage, was sein Körper gerade tatsächlich braucht.
Was er sicher nicht braucht, ist häufig schon etwas einfacher zu definieren.
Wissen ist gut. Erfahrung verändert den Blick.
Ernährung ist für mich nicht nur Theorie.
Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren intensiv mit unterschiedlichen Ernährungsansätzen und habe viele davon nicht nur in der Theorie studiert, sondern selbst konsequent erprobt – und zwar nicht nur für drei Tage oder ein paar Wochen, sondern teilweise über Jahre.
Man könnte sagen:
Ich bin mein eigenes Langzeitexperiment.
Dabei habe ich vor allem eines gelernt: Man darf Erkenntnisse verändern.
Was zu einem bestimmten Zeitpunkt richtig und hilfreich war, muss nicht für immer die richtige Antwort bleiben. Wissen entwickelt sich weiter. Der Körper verändert sich. Und manchmal verändert neue Erfahrung auch den eigenen Blick auf Dinge, von denen man einmal vollkommen überzeugt war.
Eine wichtige Station auf diesem Weg war bei mir das Wahls Protocol. 2017 habe ich meine Ausbildung bei Dr. Terry Wahls abgeschlossen und bin seither als Wahls Protocol® Certified Health Professional qualifiziert. Die intensive Beschäftigung mit Ernährung im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen ist seitdem ein fester Bestandteil meiner therapeutischen Arbeit.
Heute verbinde ich dieses Wissen mit weiteren ernährungsbezogenen und ganzheitlichen Ansätzen und vor allem mit meiner langjährigen Praxiserfahrung.
In über elf Jahren Praxistätigkeit habe ich Hunderte Patientinnen und Patienten mit ganz unterschiedlichen Beschwerden und Ausgangssituationen begleitet.
Nicht jeder Mensch kam wegen seiner Ernährung zu mir. Aber die Frage „Was essen Sie eigentlich?“ gehört für mich seit Jahren zum Gesamtbild.
Gerade wenn Menschen mit Autoimmunerkrankungen oder chronischen Beschwerden zu mir kommen, ist die Auseinandersetzung mit Ernährung und ihren möglichen Auswirkungen für mich ein wichtiger Bestandteil der Begleitung.
Gleichzeitig endet meine Arbeit nicht an der eigenen Praxistür. Ich bin national und international mit Ärztinnen, Ärzten und anderen Fachpersonen gut vernetzt und stehe mit Menschen aus unterschiedlichen medizinischen, ernährungsbezogenen und ganzheitlichen Richtungen im Austausch.
Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven empfinde ich als wertvoll. Von Paleo-orientierten Konzepten wie dem Wahls Protocol bis hin zu stark pflanzenbasierten Ansätzen liegen teilweise Welten.
Für mich ist das kein Widerspruch, sondern ein Grund mehr, genau hinzusehen, statt Ernährung zum Dogma zu machen.
Essen darf keine Religion werden.
Ernährung soll Gesundheit und Wohlbefinden unterstützen – und nicht zum nächsten Stressfaktor im Leben werden.
Deshalb muss eine Ernährungsumstellung auch nicht von heute auf morgen „perfekt funktionieren“. Für manche Menschen ist ein deutlicher Schnitt richtig. Für andere sind kleine, konsequente Veränderungen der bessere Weg.
Denn es gibt viel zu berücksichtigen: Alltag, Familie und Beruf, Zeit zum Einkaufen und Kochen, bisherige Gewohnheiten, Verträglichkeiten und natürlich die individuelle gesundheitliche Situation.
Ein Konzept kann auf dem Papier noch so überzeugend sein:
Wenn es nicht in das tatsächliche Leben eines Menschen passt, wird es langfristig kaum funktionieren.
Es geht nicht um Perfektion. Es geht darum, einen Weg zu entwickeln, der zu Ihnen, Ihrem Körper und Ihrem Leben passt.
Und was bedeutet das konkret?
Am Anfang steht eine ausführliche wertfreie Bestandsaufnahme.
Was essen und trinken Sie tatsächlich – nicht theoretisch, sondern an einem ganz normalen Tag? Welche Beschwerden bestehen? Was vertragen Sie gut, was vielleicht weniger? Welche Ernährungsformen haben Sie bereits ausprobiert? Welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel nehmen Sie? Wie sieht Ihr Alltag aus und was ist für Sie überhaupt realistisch umsetzbar usw.usf.?
Dann schauen wir gemeinsam genauer hin.
Wo können wir Belastendes reduzieren? Welche Lebensmittel dürfen mehr Raum bekommen? Wie lässt sich die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen verbessern? Welche Gewohnheiten können wir verändern, ohne dass Essen zum Vollzeitjob wird? Und welche Schritte sind jetzt sinnvoll – nicht irgendwann unter perfekten Bedingungen, sondern in Ihrem tatsächlichen Leben?
Wenn es für die individuelle Fragestellung sinnvoll ist, können auch vorhandene Laborwerte in die Betrachtung einbezogen oder bestimmte Werte gezielt ärztlich bzw. labormedizinisch abgeklärt werden. Bei Bedarf arbeite ich dabei mit Ärztinnen, Ärzten und anderen medizinischen Fachpersonen zusammen.
Auch Nahrungsergänzungsmittel und eine gezielte Supplementierung werden – abhängig von der individuellen Situation – Teil der Begleitung sein. Dabei geht es nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“, sondern darum, was im jeweiligen Fall tatsächlich sinnvoll und passend ist.
Ernährung, mögliche Supplementierung, Alltag und gesundheitliche Ausgangssituation betrachten wir dabei nicht isoliert voneinander, sondern als Teile eines Gesamtbildes.
Dabei geht es nicht darum, Ihnen eine Ernährung überzustülpen. Ich erkläre Ihnen Zusammenhänge, zeige unterschiedliche Möglichkeiten auf und entwickle gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Weg.
Je nach Ausgangssituation kann daraus eine umfassendere Ernährungsumstellung entstehen – oder wir beginnen mit wenigen gezielten Veränderungen und entwickeln diese Schritt für Schritt weiter.
Denn ein Gesundheitsplan ist nur dann ein guter Plan, wenn er nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern für Sie umsetzbar ist.
Der Mensch muss nicht in ein Ernährungskonzept passen. Das Ernährungskonzept muss zum Menschen passen.
Und ich freue mich darauf, gemeinsam mit Ihnen einen Gesundheitsplan zu entwickeln, der zu Ihrem Körper, Ihrem Alltag und Ihrem Leben passt – und den Ihre Zellen feiern werden.





